Aktuelles in Stichworten 2009

An dieser Stelle sollen ausgewählte, wichtige Informationen an die Mitglieder des BDT, an alle, die es werden wollen und an alle anderen interessierten Personen weitergegeben werden. Natürlich kann diese Seite keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Jeder empfindet etwas anderes als wichtig, vieles ist sicher auch bereits aus anderen Quellen bekannt und manches werden wir sicher auch übersehen. Trotzdem ist der BDT bemüht, die Informationen, die für das Fachgebiet der Transfusionsmedizin und die Transfusionsmediziner wichtig sind, hier darzustellen.

17.05.2009
Das Paul-Ehrlich-Institut ordnet Maßnahmen zur Reduktion des TRALI-Risikos in Deutschland an
Mit Bescheid vom 8. Mai 2009 ordnete das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) an, dass ab dem 31.08.2009 Gefrorene Frischplasmen von weiblichen Blutspendern nur noch dann in Verkehr gebracht werden dürfen, wenn die Spenderinnen angeben, bisher niemals schwanger gewesen zu sein („zeitlich unbegrenzte negative Schwangerschaftsanamnese“). Alternativ dazu ist es auch zulässig, die Spenden auf das Vorhandensein leukozytärer Antikörper der Klassen I und II sowie humaner neutrophiler Antikörper (HNA-1a, HNA-1b, HNA-2a, HNA-3a) zu testen und bei negativem Ergebnis die Plasmen freizugeben.
Hintergrund dieser Anordnung stellt die in letzter Zeit sehr intensiv geführte Diskussion über das sog. TRALI (transfusionsassoziierte akute Lungeninsuffizienz) dar. Diese potentiell letal bedrohliche Nebenwirkungen wird i.d.R. durch die Transfusion von Plasmen ausgelöst, welche HLA- oder HNA-Antikörper enthalten. Meist handelt es sich um Plasmen von weiblichen Blutspendern, die Antikörper werden durch eine Schwangerschaft erworben. Die Häufigkeit beträgt etwa 1:66 000 transfundierte Plasmen. Ca. 20% der TRALI-Fälle nehmen einen letalen Ausgang. Das PEI bezeichnet seine Anordnung als geboten und verhältnismäßig, da das Risiko für TRALI mit dieser vergleichsweise kostengünstigen Maßnahme deutlich gesenkt werden könne.

01.05.2009
Schweinegrippe: Paul-Ehrlich-Institut ordnet Spenderrückstellung an
Das Paul-Ehrlich-Institut als Bundesoberbehörde ordnete mit Wirkung vom 01.05.2009 an, dass Personen, die sich in den letzten vier Wochen in Nord- oder Südamerika aufgehalten bzw. Kontakt (häusliche Gemeinschaft/Pflege) zu Personen hatten, die in den letzten 14 Ta-gen aus dieser Gegend angereist waren und an grippeähnlichen Symptomen erkrankt sind, nicht Blut spenden dürfen.
Hintergrund ist die Gefahr einer weltweiten Epidemie mit dem A/H1-N1-Virus, dem Auslöser der sog. Schweinegrippe. Mit Datum vom 24.04.2009 informierte das mexikanische Gesund-heitsministerium über insgesamt 68 Todesfälle beim Menschen infolge einer schweren Lun-genentzündung. In 20 Fällen konnte angeblich der neue Virusstamm A/H1-N1 nachgewiesen werden. Der Ausbruch dieser Seuche wird – so dass Paul-Ehrlich-Institut – als gravierendes Problem angesehen, weil dieses Virus Gene aus Schweine-, Vogel- und dem beim Menschen auftretenden Grippevirus in einer Zusammensetzung beinhaltet, die weltweit bisher noch nicht nachgewiesen werden konnte. Man nimmt an, dass das Virus auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Die von der Bundesoberbehörde angeordnete Maßnahme soll eine Übertragung der Viren via Bluttransfusion verhindern.

01.03.2009
Arbeitskreis Blut empfiehlt Ausschluss von Frauen mit Geburten in der Anamnese von der Plasmaspende
Die transfusionsassoziierte Lungeninsuffizienz (TRALI) gewinnt als Nebenwirkung der Blut-transfusion zunehmend an Bedeutung. Die Inzidenz liegt bei ca. 1:65 000 für Gefrorenes Frischplasma und 1:2 226 000 für Erythrozytenkonzentrate. Am häufigsten wird TRALI durch die Gabe von Plasma ausgelöst. Meist stammt das Plasma von Spenderinnen mit HLA- bzw. HNA-Antikörper, welche im Rahmen von vorausgegangenen Schwangerschaften er-worben wurden. Aufgrund der hohen Letalität dieser Nebenwirkungen (bis zu 20%) empfiehlt der AK Blut in seinem Votum 39 daher, Gefrorenes Frischplasma, das von Spenderinnen mit Geburten in der Anamnese stammt, nicht mehr in den Verkehr zu bringen. Eine Ausnahme soll lediglich dann möglich sein, wenn die Frauen auf das Vorliegen von HLA- bzw. HNA-Antikörpern negativ getestet wurden. Der AK Blut begrüßt expressis verbis die Einleitung eines entsprechenden Stufenplanverfahrens durch das Paul-Ehrlich-Institut.
Wer das Votum 39 im Originaltext nachlesen will, kann das hier tun.
(der Text wurde von der Internetseite des Robert-Koch-Instituts übernommen)